Publikation „Dallgow im Havelland“

Eine germanische Siedlung sowie slawische und frühdeutsche Siedlungsbefunde.

Mit der Veröffentlichung „Dallgow im Havelland. Vor- und frühgeschichtliche sowie mittelalterliche Besiedlung und slawische Teerproduktion am Fundplatz 15. Materialien zur Archäologie in Brandenburg – Band 7. (Rahden/Wetsf. 2013) „ ist endlich der Abschluss einer langen und umfangreichen Aufarbeitung gelungen. Von 2008 bis 2012 arbeiteten Studenten und Magistranten des ehemaligen Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt Universität unter der Leitung von Dr. Felix Biermann an der Auswertung der Altgrabung aus den Jahren 1994 und 1997. Herausgekommen ist eine vollständige Bearbeitung des Fundplatzes. In Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Jana Ulrich ist es gelungen, die vorgeschichtliche Periode des Fundplatzes in seinen Hinterlassenschaften zu rekonstruieren. Dabei konzentriert sich die Befunddichte, mit wenigen Ausnahmen aus der Bronzezeit, auf die Periode der jüngeren Eisen- bis Völkerwanderungszeit. Als Siedlungsbild wird eine große Ansiedlung mit Wohnbereich im Norden, Handwerksbereich im Westen und Werkstattbereich im Süden entworfen. Die am stärksten nachgewiesene Siedlundgsphase liegt in der späten römischen Kaiserzeit und führt in die frühe Völkerwanderungszeit. Inwieweit diese Siedlung mit den zeitgleichen Fundplätzen Dallgow-Döberitz 9, Wustermark 23, und Nauen-Bärhorst in Verbindung stand, wird noch zu klären sein.